WorkandTravel20.de – Der Weltreise Podcast von und mit Michael Blömeke. Ein Interview vom Juni 2019.

Ein Freigeist war Thilo schon immer. So wurde ihm irgendwann das “geregelte Leben” zu viel – mit Büro, Angestellten und der Konsumgesellschaft.

Er wollte freier leben und nicht von einem Termin zum anderen hetzen müssen. Zufällig auf das Wohnen im Dachzelt gestossen, wurde daraus eine Lebensform. So hat er alles reduziert auf das für ihn optimale Minimum und lebt seitdem in seinem Wohn und Büro Kombi PKW mit Dachzelt.

Für sein Hobby und zugleich Beruf, das Fotografieren hat Thilo jetzt viel mehr Musse. So kreiert er Fotos von Deutschland, die man sonst nur von fernen Destinationen in Hochglanz Reisemagazinen kennt.

In dieser Folge sprechen wir über das Leben im Dachzelt und wie man mit wenig Schnickschnack glücklich sein kann.

Michael: Hi Thilo, ich freu mich dass Du bei mir im Podcast bist.

Thilo: Ich freu mich auch, vielen Dank für die Einladung.

Michael: Bitte, bitte, wir sind hier auf der Abenteuer Allrad, im Freien, beziehungsweise auf der nach Abenteuer Allrad. Die hat gestern schon aufgehört und da habe ich Dich angequatscht weil Du bist ja ein interessanter Typ. Du lebst als fast 2 Meter Mensch oder über 2 Meter in so einem kleinen flachen Ford Mondeo mit Dachzelt.

Thilo: Genau, ja, und das seit 3 Jahren jetzt.

Michael: Und hast daraus auch noch einen Beruf gemacht und ein Festival.

Thilo: Ja, daraus hat sich eine ganze Menge entwickelt tatsächlich, also ich habe das alles nicht erahnt und auch nicht so geplant aber es ist irgendwie etwas auf mich zugekommen was wirklich sehr spannend war. Und ist, immer noch, also, total.

Michael: Hast quasi eine Welle losgetreten oder mit losgetreten die war schon ein bisschen am schwappen.

Thilo: Da ist auf jeden Fall was ins Rollen gekommen, ich weiss nicht ob das jetzt wegen mir nur ist, oder auf Grundlage der Sache was ich da getan habe. Aber zumindest sage ich mal habe ich viele Fäden zusammengeführt oder viele Menschen zusammengeführt. Das war’s glaube ich.

Michael: Du hast glaube ich kanalisiert

Thilo: Ja, keine Ahnung, es ist einfach passiert, ich habe gedacht, der Ursprungsgedanke war, hey, vielleicht sind noch andere unterwegs mit einem Dachzelt. Gibt es noch welche so wie mich die so verrückt sind und mit einem Dachzelt vielleicht sogar leben? Und da habe ich diese Gruppe gegründet. Und da sass ich damals im Keller meines alten Hauses weil ich da noch was aufgeräumt habe, also ich war schon losgezogen, ein Jahr lang schon unterwegs aber sass dann da und das kann ja doch nicht wahr sein irgendjemand ist ja bestimmt da draussen noch. Dann habe ich die Facebook Gruppe gegründet, die Dachzeltnomaden und dann ging es ziemlich rasant los also der erste Tag waren schon 50 Mitglieder drin und das ging so ratzifatzi nach oben und so eine grosse Interaktion und soviel Austausch und soviel Energie die habe ich von Anfang an gespürt. Und das ist im Prinzip die Energie die man heute noch spürt bei den Dachzeltnomaden, noch viel mehr potenziert weil noch viel mehr Leute dranhängen und noch viel coolere Sachen machen.

Michael: Ja und so ein Dachzelt ist nicht so eine Riesenhürde als wenn ich jetzt ein Wohnmobil kaufen muss oder ausbauen oder so.

Thilo: Absolut. Dachzelt ist super einfach, ist die einfachste fast, natürlich kannst Du ein Bodenzelt nehmen aber ist fast der einfachste Einstieg ins Camping wenn du so willst, ins Campingfahrzeug. Also du kannst ja dein eigenes Fahrzeug nehmen was du hast, baust ein Dachzelt drauf, ist ja egal was für ein Fahrzeug du hast wenn du den richtigen Träger hast und wenn du die Dachlast einhältst kannst Du alles machen. Und kannst ja sehr kreativ sein, also was es da für verschiedene Sachen gibt, das ist ja, also jetzt bei der Abenteuer Allrad hat man ja auch wieder gesehen was da so rumfährt. Du kannst sehr luxuriös das ausstatten mit allem Pi-pa-po und dein Auto ausbauen mit Kühlschrank und was weiss ich für Energiesysteme du kannst aber auch einfach auf deinen Polo eine Plattform draufpacken und ein Wurfzelt drauf schmeissen dann hast du auch ein Dachzelt solche Sachen gibt es auch die finde ich persönlich auch immer wieder super spannend wenn Leute ihr Dachzelt selber bauen aber das ist einfach ein recht günstiger Einstieg in dieses ganze Camping und ich glaube deswegen auch für viele Leute interessant die einfach noch nicht soviel Berührungspunkte auch mit dem campen hatten und dazu kommt natürlich dass Dachzelten wirklich geil ist also ich meine du hast es ja auch erfahren…

Michael: Ja ich habe ja auch mal angefangen, ich meine mit einem nicht Dachzelt weil ich wollte ja immer offen fahren und da habe ich das Zelt hinten drauf gepackt auf die Ladefläche und die war halt zu kurz für irgendeinen Aufbau also eine Kiste draufgemacht Dachzelt selbst gebaut damals gab es noch nicht so viele und dann los gedüst.

Thilo: Sehr geil. Ja, dann weiss Du ja wie es ist, wenn man da oben schläft es ist einfach eine, man ist etwas erhöht, man ist so ein bisschen Abseits von Matsch, Schmutz und Tieren und man hat so einen Überblick und es ist so ein Abenteuergefühl und, ja über den Dingen stehen ein bisschen, es ist luftig, es ist offen, man hat das Gefühl in der Natur zu sein, und auch so aufzuwachen und auch so schlafen zu gehen also ein bisschen so mit den Gezeiten hätte ich jetzt beinahe gesagt, mit den, ja mit dem Wetter einfach sein.

Natürlich auf der einen Seite herausfordernd weil du alles mitkriegst Regen, Donner, Blitz, Sturm und Schnee. Aber auf der anderen Seite auch super geil wenn du einen super Ausblick hast und du wachst dann morgens auf und liegst dann draussen. Ist einfach geil.

Michael: Ich habe auch mal Ärger gekriegt mit meiner Freundin als Schnee auf ihrem Kopfkissen lag.

Thilo: Das kenn ich aber auch, Schneelast auf dem Dachzelt, ich habe ja so Gasdruckdämpfer und wenn da zu viel Schnee drauf liegt dann halten die das Dachzelt, die sind ja nur dafür da das Dach zu halten und aber nicht Schneelast zu tragen und dann sackt das Dachzelt so runter wenn du drin liegst ist es besonders lustig wenn dann morgens dann da so von oben so als ob die Decke auf den Kopf gefallen wäre, was ist das denn bitte schön?. Dann schiebst du die Decke so wieder ein bisschen hoch und kuckst dass du da irgendwie aus dem Dachzelt rauskletterst ist nicht dramatisch da passiert gar nichts schlimmes da muss man gar keine Angst haben und man kann ja auch wenn man schlau ist, weiss man ja dass es schneit, steckt man sich da so einen einen Stab zwischen damit es nicht passiert aber ich habe es natürlich so wie ich bin nicht gemacht.

Michael: Beim ersten Mal learning by doing.

Thilo: Absolut.

Michael: Genau so wie mit dem Schnee auf dem Kopfkissen.

Thilo: Ja man vergisst ja auch manchmal die Türen zuzumachen oder so und dann kommt der Regen von der Seite rein und du hast also einfach Kontakt mit der Natur es ist einfach so du hast ein sehr luxuriöses Bett das ausserhalb der Wohnung liegt in der Natur so wie so ein Bett im Kornfeld nur eben auf dem Dach irgendwie, das ist einfach cool.

Michael: Und ohne piksen.

Thilo: Und mit der echten Bettwäsche du kannst ja sogar deine eigene Bettwäsche dadrin lassen auch ich habe ja jetzt keinen Unterschied gemacht ich habe da zwar einen Schlafsack liegen aber zusätzlich ansonsten habe ich Bettwäsche wie ganz normal zuhause, sogar ohne Bettbezug. Also ich nutze meine Daunenbettdecke ohne Bettbezug weil das immer so klamm wird es ist aus Baumwolle und so habe ich dieses Polyester was relativ unempfindlich ist gegenüber Feuchtigkeit.

Michael: Kannst du ja komplett waschen.

Thilo: Ja, es trocknet ewig schnell und wenns Dachzelt bei den Temperaturen wie wir es gerade haben, Sonnenschein pur dann ist das Dachzelt auch oben warm und dann wird es auch sofort alles trocken.

Michael: Wie war das das erste Mal als du die Idee mit dem Dachzelt entwickelt hast? 

Thilo: Das erste Mal mit dem Dachzelt war blauäugig eigentlich weil ich einfach nur eine Möglichkeit gesucht habe wie ich auf dem, also wie ich meinen Schlafplatz unten aus dem Fahrzeug entferne weil da natürlich nicht soviel Platz ist im Mondeo und ich habe versucht irgendwie das ganze woanders, also dieses ganze Bettzeug hat mich einfach gestört und dann hat ein Freund von mir der liebe Pitt, mein ehemaliger Mitbewohner gesagt ich habe da so eine Kiste im Keller stehen damit kann man schlafen auf dem Dach und ich so hä was ist das denn?. Es steht da hinten rum, kannst du mal probieren wenn du willst schnallen wir mal drauf hier ist ein Foto übrigens so sah das aus als ich in den 90er damit rumgefahren bin. Der hatte das tatsächlich auf einem Polo drauf. Dann war das mein erstes Dachzelt. Habe ich dann drauf geschnallt, fand das total cool, also sofort cool und sowas musst du auch haben. Das passt jetzt nicht ganz zu mir weil das so ein Kurbel-Dachzelt war, also gleicher Typ aber eben mit Kurbel und da hatte das so Scharniere, diesen Scherenmechanismus der vorne und hinten ist, der hat viel Platz weggenommen so dass ich nicht komplett ausgestreckt liegen konnte. Also wusste ich ich muss was eigenes holen und da habe ich mir meins mit den Gasdruckdämpfer geholt und ja total cool, ich wusste ja was mich erwartet in meinem eigenen Dachzelt und von vorne herein habe ich es geliebt also das ist es jetzt. Und ich wusste warum ich das mache, mein Bauch hat gesagt mach das jetzt, das ist geil, du musst jetzt da auch weitermachen, also zieh doch ins Auto und probier das mal aus!. Das hat sich dann daraus auch entwickelt eben auch als ich gemerkt habe es geht ja, ich habe einen Schlafplatz, ich habe einen Arbeitsplatz im Auto habe ich mir ausgebaut, ich habe Möglichkeiten mich zu waschen und eine Küche und dann geht es los. Und dann bin ich losgefahren. Klingt jetzt ein bisschen einfach weil natürlich der Reduktionsprozess ist schon etwas längerfristiger und je mehr ich mich mit Leuten unterhalte, die das auch verfolgen sagen ‘oh wie krass, ich versuche auch schon die ganze Zeit zu minimieren’ und es ist einfach auch kein leichter Weg. Viele Leute, für viele ist das schwer. Weil sie viel auch an Gegenständen hängen und auch für mich war es nicht einfach, da muss man sich aber Zeit geben und bei mir…

Michael: Nach und nach, ja. Bei mir auch immer ein grosses Thema auch im Podcast bei den Leuten die ich interviewe.

Thilo: Das ist nicht einfach.

Michael: Was gibt Dir das jetzt wenn du so unterwegs ist, im Gegensatz zu deinem Leben vorher?

Thilo:

Freiheit! Also das allererste was es mir gibt und das ist auch das was ich gesucht habe mit dem ganzen System dass ich einfach ein bisschen losgelöster bin von alldem was mich vorher so ein bisschen eingeengt hat.

Also die örtliche Gebundenheit hat mich eingeengt, die Abhängigkeit von Kunden und diesem ganzen Arbeitssystem in dem ich da so drin gesteckt habe, ich war selbstständig als Fotograf. Hat Spass gemacht der Beruf und die Aufgaben aber du bist immer so Dienstleister gewesen und hast Aufgaben für andere erledigt und hast in deren Zeitplänen gesteckt sozusagen, wurdest davon so ein bisschen diktiert und das wollte ich nicht mehr. Ich wollte einfach freier entscheiden können. Ich wollte auch mal sagen, so jetzt erst mal drei Monate oder zwei Monate oder drei Wochen, das konnte ich mir noch nicht mal, ich konnte mir noch nicht mal drei Wochen frei nehmen. Das ging nicht weil ich permanent Termine hatte, Wochenenden voll mit all meinen Sachen, Privatkunden und Geschäftskunden hatte ich so dass Wochenenden dann auch weg waren.

Michael: Da bist du irgendwie fremdgesteuert.

Thilo: Genau, und das wollte ich nicht mehr ich wollte das selbst bestimmen, sagen heute fange ich an um 11 Uhr zu arbeiten, und nicht um 7 Uhr bei einem Kunden der sagt er muss um 7 Uhr jetzt irgendwas haben. Und das hat sich grundlegend geändert und das gibt es mir auch dass ich, und dass ich permanent auch während des Arbeitens in der Natur sein kann, also überlegen kann wo ich arbeite. Und wo ich mich dann niederlasse und wo ich meine Sachen mache. Da bin ich jetzt völlig unabhängig, völlig frei in der Gestaltung. 

Michael: Von was lebst du jetzt?

Thilo: Jetzt lebe ich immer noch von der Fotografie nach wie vor, das ist ein Standbein, ich habe mehrere Standbeine aufgebaut und aber die Dachzeltnomaden, da haben wir ja auch einen Blog gegründet, der läuft auch sehr gut, also eine Informationsplattform für und um Dachzelte. Dort haben wir zum Beispiel Werbung geschaltet die auch gut läuft. Und natürlich die Veranstaltungen die wir machen, das vor allem das DACHZELT FESTIVAL da bleibt am Ende auch noch der eine oder andere Euro übrig und der finanziert dann im Prinzip das Leben von jetzt erstmal zwei  Dachzeltnomaden und mal gucken wie wir das jetzt weiter ausbauen können, vielleicht können wir da ja noch den einen oder anderen da mit reinholen. Also das ist alles noch Zukunftsmusik aber im Moment sieht’s wirklich ganz gut aus und vielleicht  könnte das klappen dass wir da noch ein bisschen erweitern und noch anderen die Möglichkeit geben da ihren Lebensunterhalt auch mit zu verdienen.

Michael: Was war so dein grösstes Problem beim leben im Dachzelt?

Thilo: Grösste Herausforderung meinst du? 

Michael: Auch.

Thilo: Die grösste Herausforderung für mich, es gab einen lustigen Moment wo ich alles gepackt hatte wo ich drin sass im Auto und losfahren konnte und dann auf einmal dachte Mensch krass, es steht dir die ganze Welt offen, du könntest überall hinfahren, keine Beschränkung, und auf einmal bist du komplett lost. Du weisst gar nicht was willst du eigentlich?. Du willst in die Welt hinaus und stehst da und denkst so aber wohin. Und weil du alle Möglichkeiten hast bist du komplett überfordert und dann denkst du so mmmh. Ja dann versucht man sich irgendwie so Ankerpunkte zu setzen oder so ja, da ist es wirklich, man neigt dann doch dazu irgendwie wieder bei Freunden aufzutauchen oder so. Aber ich habe mir dann gedacht, nee jetzt mal doch mal endlich das was du immer schon so gedacht hast, welchen Ort denkst du dir gerade aus, dann fahr doch jetzt mal dahin. Ich glaub so war ich dann auch in Spanien ich bin dann auch nach Spanien gefahren wo ich 2002 oder 03 wars, weiss ich nicht, meinen Erasmus gemacht habe. Da habe ich dann wieder angeknüpft. An einer ganz anderen Stelle jetzt aber mit dem Land, mit den Leuten, mit der Sprache wieder in Tuchfühlung gegangen, das war geil. Aber es war ein spannender Moment weil wo jeder denkt das geilste was du haben kannst wenn du komplette Freiheit hast, aber nein, komplette Freiheit ist auch die Verantwortung dir Fokuspunkte zu setzen weil du sonst komplett rum eierst und … das war krass.

Michael: Was sind so deine grössten Highlights wenn du unterwegs bist? 

Thilo: Ja grösste Highlights also, für mich gibts nicht so das Highlight, also für mich gibt es so mehrere Highlights tatsächlich und die habe ich relativ häufig. Das ist eigentlich immer wenn ich die Stellplätze die ich mir aussuche. Manchmal komme ich nachts auf einen Stellplatz und ich weiss nicht was mich da erwartet weil ich war einfach zu spät beim suchen und dann stelle ich mich hin, mach morgens dann das Dachzelt auf und wenn du dann so den Reissverschluss hebst und so nach oben machst und kuckst dann raus und da eröffnet sich dann so ein geiles Panorama das dich einfach so weg flasht. Das ist dann einfach krass. Du kannst manchmal vermuten wie es so aussieht wenn du so die Karte studierst, aber oft weiss du es nicht wie es dann am Ende aussieht. Und das sind natürlich jetzt irgendwie, das passiert nicht immer. Also manchmal habe ich, übernachte ich auch auf irgendeinem Supermarktparkplatz oder in einem Industriegebiet wenn es mal schnell gehen muss. Ich habe nicht immer diese romantischen Stellplätze aber wenn ich dann mal was finde und dann hast du auch noch so einen Ausblick morgens direkt, das ist einfach der Oberhammer, das haut einen um.

Michael: Wie ist es so wenn du unterwegs bist, sagen wir mal allgemein wie ist das so in der Community mit Alleinreisenden die sich dann irgendwann anfreunden? Gibt es da interessante Geschichten, du musst ja nicht personalisieren?

Thilo: Ja, da gibt es also hunderte Geschichten wo, die total nett sind. Das sind aber auch meistens die die ausserhalb der Community passieren. Also innerhalb der Community sowieso, also wenn du so Treffen hast und wenn du dich verabredest. Hier auf der Abenteurer Allrad ist super nett wenn man dann zusammensitzt und gemeinsame Sachen macht oder auch wieder Leute wieder sieht die du längere Zeit nicht gesehen hast oder du gerade auf dem letzten Festival wieder getroffen hast und dann sind sie wieder hier, das ist einerseits ganz cool aber was ich auch total feiere sind die Sachen die ausserhalb der Community auch passieren wenn du allein unterwegs bist und irgendwo am Strassenrand stehst oder in irgendeinem Waldparkplatz und dich irgendwie wildfremde Leute anquatschen. Das passiert sowieso relativ häufig, die sehr interessiert fragen was ist denn das und was machen sie da und wie kommt man da hoch und wie geht das und kann man dadrin schlafen, ist ja viel zu klein und wie geht das zu zweit und all die ganzen Sachen, die man ja häufig beantwortet. Aber weisst du was krass ist? Wenn Sachen wie unvermittelte Einladung zum duschen, Kaffee trinken, essen… Total krass, also das kommt sowohl aus der Community tatsächlich wenn Leute merken dass ich in der Nähe bin oder so, dann schreiben sie hey komm doch zum Kaffee vorbei oder lass mal treffen und so. Aber das passiert auch mit wildfremden Menschen die mich gar nicht kennen. Das heisst du stehst da, ich habe mal in Frankfurt City gepennt, wirklich in der Innenstadt mitten auf der Strasse. Dachzelt aufgeklappt gepennt, am nächsten Morgen ‘Hallo Dachzelter magst du einen Kaffee und eine Dusche haben?’. Das sind so Momente wo du denkst wie krass. Da merkt man mal wieder wie freundlich und zugewandt die Welt da draussen ist. Weil viele Leute ja auch viel von Angst sprechen und von negativen Erlebnissen die man da hat oder da passiert viel und ich kann wirklich nur berichten dass nur positive Sachen passieren. Genau in diesem Stil, soviel Hilfsbereitschaft, soviel Freundlichkeit, das ist total krass. Hilfsbereitschaft, apropos, da gibt es auch eine geile Geschichte. Da hatte ich mich mal festgefahren. Ich bin auf eine Matschwiese bei Regen gefahren und hatte die schlecht eingeschätzt. Und die war leicht abschüssig und ich bin beim rauffahren abgerutscht, den Hang runter ein bisschen. Da war eine Bank, die hat mich aufgehalten am Ende, also das Auto vom rutschen abgehalten. Gut, ich wäre nicht ins Tal gerutscht, das wäre nicht passiert. Aber auf jeden Fall wäre ich mehrere Meter gerutscht und die Bank hat mich aufgehalten. Aber dann sass ich so doof fest dass ich nicht mehr rauskam mit eigener Kraft. Und dann habe ich überlegt ‘wie machst du das jetzt?. ADAC, Feuerwehr, wen rufst du überhaupt an, wer ist eigentlich zuständig wenn du auf einer Wiese irgendwo stehst? Und da habe ich dann die Community mal angezapft, also in die Dachzeltnomadengruppe rein geschrieben, ‘Leute, ich bin hier grad festgefahren, komme hier nicht mehr raus’. Es war unglaublich, innerhalb von 20 Sekunden waren die ersten Antworten da, also die ersten Reaktionen, aber innerhalb von 20 Minuten war der erste Fahrer da tatsächlich mit seinem Jeep. Und dann kam eine halbe Stunde später noch jemand und dann eine Stunde nach Aufruf waren drei Fahrzeuge da die dann mich wieder raus gekarrt hatten und da stand ich wieder auf der Strasse.

Michael: War wie ein kleines Treffen.

Thilo: Ja wie ein kleines Treffen, ein kleines Erlebnis. Die konnten sich ein bisschen austoben bei ihrem Rettungsmanöver. Denn das war gar nicht so einfach, weil du es mit zwei Fahrzeugen rausziehen musstest, denn du konntest nicht nach hinten ziehen. Es musste auch seitlich gezogen werden. Krasse Sache. Wir haben auch ein Video drüber gedreht und das war wirklich total abgegangen. Also einfach da merkst du wieviel Potential in so einer Gruppe drinsteckt und Hilfsbereitschaft und Erlebnis und Abenteuer letztendlich auch. Und Möglichkeiten. Also wenn dir jemand sagt da draussen ist es gefährlich und blöd man muss da aufpassen und so, sag ich immer ich habe nur positives erlebt. Ich kann von keiner wirklich negativen Sache berichten.

Michael: Denk ich auch immer wenn ich gerade auf der Messe da bin und du kugelsichere Scheiben siehst würde ich mir nie einbauen. Quatsch. 

Thilo: Ich sage mal jedem das seine. Jeder muss seine Sicherheitsbedürfnisse da befriedigen aber ich muss sagen ich sehe bis jetzt noch keine Notwendigkeit. Sobald sich das sich ändert kann ich gerne Bescheid geben.Aber drei Jahre haben mir jetzt gezeigt das da draussen ist freundlicher und entspannter als du denkst. Ich rede jetzt von Europa, ich weiss nicht wie es woanders ist. Ich wollte das auch noch mal checken bei meiner nächsten Reise, aber das wird man sehen.

Michael: Eigentlich habe ich mit der Frage ja eher gemeint wie so das Zwischenmenschliche so ist.

Thilo: Wie mein Zwischenmenschliches jetzt ist?

Michael: Nicht deins. Treffen sich zwei Dachzelter und…also verlieben sich… 

Thilo: Ach so, Du meinst beziehungsmässig? Ich wusste dass du darauf hinaus willst, deswegen bin ich ja ausgewichen. Ja du, also das ist wahrscheinlich wie im ganz normalen Leben auch. Trifft man sich und es passiert oder es passiert nicht.

Michael: Das ist klar, ich meinte logistisch vor allem .

Thilo: Es gibt verschiedene Konzepte. Ich kann dir von verschiedenen Konzepten berichten. Es gibt Leute die zu zweit tatsächlich sogar reinziehen ins Dachzelt, da gibt es auch ein Beispiel, Tina und Tobi, die dauerhaft jetzt im Dachzelt leben. Es gibt welche die fahren einfach eine zeitlang zusammen und dann fahren sie wieder getrennte Wege und haben ihr eigenes Haus immer dabei. Das ist ein Konzept was ich auch immer ganz spannend finde, dass man immer seinen eigenen Rückzugsort hat. Weil man ja schon so klein lebt ist es immer wichtig für mich meinen eigenen Rückzugsort zu haben. Aber trotzdem kann man ja mit anderen sich verbinden, eine Reise zusammen machen und dann wieder getrennte Wege fahren. Das finde ich eigentlich so ein sehr entspanntes Konzept, das macht mir Freude. Was dann an Zwischenmenschlichem passiert  sei mal dahin gestellt.

Michael: Alles klar. Was kostet so ein Dachzeltleben im Monat ungefähr?

Thilo: Kann man so auch nicht sagen weil es hängt ja nicht vom Dachzelt letztendlich ab. Ich brauche so 1.500€ im Monat ungefähr, aber das hängt auch stark damit zusammen dass ich eine sehr teure Krankenversicherung habe die mich, eine private, die ich noch von früher habe, 500 Euro im Monat kostet. Und das ist schon eine Stange Geld. Es gibt Leute die kommen mit weniger noch klar und welche die brauchen mehr. Aber es sind jetzt bestimmt keine 3000, 4000, 5000, 6000 Euro. Es sind wahrscheinlich aber auch keine 500 Euro. Also irgendwas in dem Bereich, muss auch jeder für sich selbst wissen. Das hängt auch davon ab wie lang, also wie weit du fährst und wie schnell du fährst und was du alles isst und wie du dich verpflegst. Ich meine wenn du immer essen gehst ist anders als wenn du immer kochst und bei mir ist glaube ich so eine gesunde Mischung aus allem. Ich bin recht viel unterwegs, ich fahre schon 50.000 Kilometer im Jahr. Das heisst da kommt schon einiges zusammen. Aber so Pie mal Daumen 1.500 kann man erst mal als Hausnummer nehmen.

Michael: Also man kann es auch locker mal mit ein bisschen zusammengespartem Geld so als Auszeit probieren.

Thilo: Klar, ich sage auch jedem man muss ja auch nicht direkt ins Dachzelt ziehen. Ich bin ja auch keiner der Verfechter nur fürs Dachzelt oder nur dauerhaft dadrin wohnen. Das muss ja gar nicht sein, jeder macht das so wie er es möchte und ich kann aber jedem mal empfehlen es mal auszuprobieren. Solche Dachzelte kannst du auch leihen für eine Woche oder zwei muss ja noch nicht mal eine Auszeit machen, machst einfach nur einen Urlaub mit dem Dachzelt. Es gibt sogar Länder, das ist jetzt in Deutschland noch nicht ganz so populär, dass du komplette Setups  leihen kannst .

Michael: Ein Auto mit Dachzelt?

Thilo: Genau und das ist auch eine ziemlich coole Sache, dann brauchst du dich nicht kümmern um die ganze Montage sondern nimmst das ganze Auto mit.

Michael: Klar. Dann kannst du dir das ganze Auto mieten und fährst zwei Wochen rum oder drei.

Thilo: Genau Also ein Dachzeltnomade der Dennis Kroeschel hat das gerade gemacht in den USA, hat auch auf dem DACHZELT FESTIVAL einen Vortrag gehalten darüber, das komplette Setup gemietet zwei Wochen durch die Gegend gedüst und wieder zurückgeflogen. Cool.

Michael: Was würdest du für Tipps so geben, was soll man unbedingt beachten wenn man das erste Mal mit dem Dachzelt unterwegs ist?

Thilo: Ich glaube die Sache nicht verkomplizieren. Also viele machen sich viel zu viele Gedanken darüber. Über die Montage schon da geht es schon los ‘kann ich?’, ‘geht das?’ und dann sicher und bla und abschliessen und Dachzelt. Da muss man sich keine Gedanken darüber machen. Einfach erstmal los, auch nicht den perfekten Ausbau haben oder irgendwas sondern schmeiss einfach deinen Rucksack mit Sachen ins Auto und fahr los und kuck erstmal. Das entwickelt sich alles mit der Zeit. Ich habe jetzt jahrelang mit so einer Schubladen, Plastikschubladenlösung aus dem Baumarkt kam ich super zurecht um meine Sachen ein bisschen zu sortieren. Das klappt, also da muss man sich auch keine Gedanken machen. Und ja, am Anfang überlädt man das Auto auch einfach und man denkt man muss tausend Sachen mitnehmen. Ich hatte jetzt auch weil ich wusste dass ich arbeite so einen Drucker mit dabei gehabt, sowas bescheuertes, wer braucht einen Drucker? Ich brauche nie einen Drucker und wenn ich einen brauche dann kann ich auch mal eben kurz zum Copyshop um die Ecke gehen. Man hat auch unheimlich viele Sachen, auch Werkzeug ohne Ende was du dann ganz selten brauchst kannst du auch zur Werkstatt gehen.  Also eine Grundausrüstung von vielem. Also erstmal einfach loslegen, ausprobieren, auch gerne mal ein Wochenende und wenn du nicht wegfahren willst dann warum nicht im Garten? Also nimm dir doch ein Dachzelt und stell dich in deinen Garten oder Vorgarten. Da hast du auch ein Erlebnis und kannst dich mal einfühlen. Weil man weiss ja gar nicht ob das etwas für einen ist. Es gibt viele die finden das dann ganz geil aber es gibt auch Leute die merken ‘es ist halt doch nichts für mich’, umständlich mit der Leiter, zu öffentlich, zu viel, zu kalt, zu warm, wie gesagt man ist ausgesetzt der Natur.

Michael: Oder die Leiter ist zu steil. Ich habe mal mit einem zusammen im Dachzelt geschlafen, der hat vorher so 2, 3 Weinchen getrunken oder so und nachts höre ich auf einmal wie es macht ‘ratsch’. Da ist er die Treppe, die Leiter runter gerutscht und er stand dummerweise mit der Leiter direkt an so einem Graben, voll eingeschlagen ganz unten. Wollte eigentlich nur pinkeln gehen. Aber er hat es mit leichten Blessuren überlebt.

Thilo: Das sind die Tücken des Dachzelts tatsächlich. Aber das ist auch ganz cool. Ich habe zum Beispiel keine Leiter, also damit bin ich komplett unabhängig. Das geht natürlich nicht beim Klappzelt, aber bei so einem Hartschalenzelt funktioniert das ganz gut, ich brauche die nicht.  Ich habe die abgeschafft. Also du kannst auf so viele Sachen verzichten. Das glaube ich auch dass man lernt beim Dachzelt dass man auf viele Sachen einfach verzichten kann. Dass einfache Lösungen gut sind. Kochermässig, ich habe den billigsten Kocher von Amazon den man kriegen kann, der 5 Euro kostet, der wird auf eine Kartusche aufgeschraubt. Reicht mir komplett aus. Davon 2 dann habe ich 2 Herdplatten. Also man muss es wollen, es ist nicht jedermanns Sache, aber es ist auf jeden Fall eine Erfahrung. 

Michael: Klar. Was war so das grösste Learning für dich in der Zeit mit dem Dachzelt?

Thilo: Das grösste Learning? Ist eine gute Frage. Das grösste Learning ist glaube ich das was ich jetzt auch hier den Leuten versuche weiter zu geben oder mit zu geben auf den Weg. Ist dieses was ich jetzt gerade auch schon angedeutet habe, dieses einfach machen. Hashtag einfach machen, ja. Also das klingt so einfach denn einfach ist es nicht weil man hat immer so viele Blockaden im Kopf und muss das auch erstmal überwinden. Oft steht uns der Perfektionismus im Weg oder das hängen an Gegenständen steht uns im Weg oder die Sicherheitsbedürftigkeit steht uns im Weg. So ganz viele Konzepte die aus dieser Gesellschaft entspringen in der wir nun mal rein geboren sind und da hilft es wenn man sie nicht direkt überwinden kann, dass man sich mal drauf konzentriert, dass man sagt ‘so pass auf, ich versuch es jetzt einfach. Ich weiss nicht ob es gut ist, ich weiss nicht was am Ende draus wird aber ich mach es jetzt einfach. Danach kann ich sagen ob es etwas gebracht hat oder nicht. Dann bin ich schlauer, aber dieses einfach mal loslegen und auch Fünf gerade sein lassen und dieser Perfektionismus ist wirklich auch so eine Sache. Das betrifft so viele verschiedene Sachen. Das habe ich jetzt gerade vom Auto schon angesprochen aber auch von der Arbeit tatsächlich das Ding oder was Social Media angeht oder Kommunikation nach aussen. Also erzähl doch einfach was du machst. Du musst ja keine Kunst betreiben, mach einfach, dokumentiere was du tust das reicht auch schon aus. Das ist glaube ich so mein Learning gewesen. Das ist ein Prozess der drei Jahre schon anhält, das total wichtig ist. Und dich dann auch selbst weiter bringt. Wenn du dann die Sachen gemacht hast, so über deinen eigenen Schatten auch gesprungen bist und mal eigene Ängste überwunden hast so und ich spreche jetzt nicht von der Angst die dich davor bewahrt dass du jetzt von Löwen aufgefressen wirst, das ist die richtige krasse Angst. Ich meine die Angst die so ein Widerstand ist das mehr, ein Widerstand der dich einfach zurückhält und ich habe dann immer für mich festgelegt wenn ich dreimal über etwas nachdenke ob ich etwas machen soll oder nicht, dann entscheide ich mich dafür es zu machen.

Also dreimal über etwas nachdenken heisst für mich irgendetwas will dir dein Körper, dein Herz, dein Bauch sagen. Dann mach’s.

Du weisst nicht warum, du weisst nicht was kommt, aber machst. Und so habe ich es im Prinzip im Dachzelt am Anfang auch direkt gemacht. Und jetzt weiss ich ungefähr warum das alles so sein sollte. 

Michael: Musst ja nicht gleich die Wohnung aufgeben, kannst ja mal 4 Wochen losfahren 

Thilo: Genau. Versuche die Sache einfach zu sehen. Also immer nachzudenken, was kann man, wie kann man das noch reduzieren, noch einfacher denken die Sache. Vielleicht ist sie jetzt zu kompliziert gedacht. Ich habe zum Beispiel wirklich Monate, ich glaube fast schon Jahre, darüber nachgedacht wie kriege ich das jetzt hin? Und ich hatte auch so die Konzepte wie mit dem LKW mit dir jetzt überlegt oder Pferdeanhänger hatte ich überlegt, Wohnwagen hatte ich überlegt. Ich hatte alle möglichen Konzepte überlegt bis ich dann festgestellt habe darauf kommt es gar nicht an. Es kommt darauf an dass du loskommst, das wolltest du doch immer, du wolltest los und dann habe ich mich irgendwann besonnen, hab gedacht du hast ein Auto, du hast eine Möglichkeit, also versuche doch die so umzubauen dass es funktioniert. Und ich bin so froh dass ich das gemacht habe weil ich mit dem Fahrzeug wirklich überall hinkomme wo ich hinkommen möchte. Viele sagen mir ich muss ein 4X4 haben damit ich noch weiter komme aber das sind wirklich nur ein Prozent oder noch weniger der Fälle wo ich wirklich dieses Gerät brauche. Ansonsten bin ich auf Autobahnen unterwegs also für die Realität ist das insofern dann schon passend und alles was ich jetzt noch machen kann kann ich ja immer noch machen. Aber erst mal los.

Michael: Klar, du kannst ja auch, du bist ja hier in Mitteleuropa, du kannst ja alles unterwegs noch kaufen was dir fehlt.

Thilo: Genau. Das ist ja auch so eine Sache. Es ist ja alles da. Manche Menschen denken sie müssten sich komplett eindecken. Hier, Thema Kühlschränke war ich jetzt auf der Abenteuer Allrad zweimal, dreimal habe ich darüber gesprochen mit Leuten. Wo ist dein Kühlschrank? Ich so Kühlschrank habe ich noch nie darüber nachgedacht einen Kühlschrank zu haben. Ich meine ich habe es genossen jetzt bei dir gerade ein Eis bekommen zu haben. Das ist schon cool. Das ist schon Luxus ich muss schon sagen ist schon nice. Aber wie oft brauchst du das dass du jetzt ein Eis da raus nehmen kannst? Dann kann ich ja auch zum Kiosk gehen und ich esse dann auch nicht soviel Eis tatsächlich. Aber cooles Bier und so, das brauchen einige Leute, ich brauch’s zum Beispiel nicht. Und wenn ich Fleisch kaufe dann brate ich es mir direkt an dem Tag an oder spätestens am nächsten. Wenn ich Milch kaufe dann brauche ich sie innerhalb von 2 Tagen auf. Ich habe eine Reserveradmulde die relativ kühl ist egal wie heiss es draussen ist. Das sind keine 6, 7, 8 Grad wie im Kühlschrank aber es sind dann 12 oder 15 und das reicht erstmal. Viele Lebensmittel müssen nicht gekühlt werden. Kann man auch drauf verzichten.

Michael: Du kannst ja auch im Supermarkt, so Schmand oder solche Sachen kriegst du ja teilweise nicht in der Kühltheke. Das geht ja nicht kaputt, das ist ja schon erhitzt und was weiss ich.

Thilo: Genau das ist schon vorbereitet.

Michael: Wir waren auch jahrelang unterwegs und hatten nur eine Kiste, da hat man teilweise ein feuchtes Handtuch drüber damit es kühl bleibt und ansonsten… 

Thilo: Genau.

Michael: Lange ohne Kühlbox.

Thilo: Ja und das Ding ist ja auch du bewegst dich ja ganz selten in der Wüste, permanent. Das heisst, dass selbst da es wahrscheinlich noch Möglichkeiten irgendwie gibt sich in irgendwelchen Dörfern was zu kaufen. Supermärkte gibt es wie Sand am Meer oder irgendwelche Dorfläden. 

Michael: Ja die Leute leben da auch. 

Thilo: Eben. Wo Leute leben hast du auch Möglichkeiten einzukaufen. Und selbst wenn du das nicht hast kannst du zum nächsten Bauern gehen und fragen ‘hast du mal Wasser?’. Und dann lernst du tolle Menschen kennen und hast Möglichkeiten. Grad das ist wahrscheinlich so spannend, gerade diese Reduktion auf Weniger bringt dich ja dazu dass du mehr in Kontakt treten musst. Weil Dir ja mehr Sachen fehlen. Das heisst du kommst automatisch mehr in Kontakt und erlebst dadurch viel mehr, also ich will das jetzt nicht bewerten jetzt wer mehr oder weniger erlebt aber du bist auf jeden Fall ständig in Menschenkontakt. Und wenn du das magst oder wenn du Angst davor hast, das ist auch eine gute Methode, weil das bringt dich in Kontakt, also du kannst dich einfach nicht verwehren wenn du auf irgendwo auf einem Parkplatz stehst oder Waldparkplatz, du wirst am Morgen ein Gespräch haben mit Passanten. Weil die das spannend finden. Was da auf dem Auto drauf ist ist ein Möglichkeit in Kontakt zu kommen mit Menschen, so oder so. 

Michael: Ja dann sind wir schon soweit durch. Vielen Dank für dieses Gespräch.

Thilo: Sehr sehr gerne, hat mich gefreut. 

Michael: Und weiterhin gute Fahrt.

Thilo: Danke dir auch.

Michael: Danke.

Thilo: Bis zum nächsten Mal auf der Abenteuer Allrad

Michael: Willst du nochmal dein DACHZELT FESTIVAL vorstellen? Gibt’s da ein Domain oder Facebook?

Thilo: Alle die jetzt Interesse haben am Dachzelt, können gerne in unsere Facebookgruppe kommen. Das ist so das Herz dieser ganzen Dachzeltnomaden Bewegung. Ist jetzt 2 Jahre alt und 16.000 Leute drin die sich alle rund um das Dachzelt austauschen, also Reisetipps und Montagetipps und überhaupt Dachzeltinspirationen. Wenn man irgendwie Möglichkeiten sucht. Ansonsten haben wir den Blog, wo wir viele Informationen gesammelt haben. www.dachzeltnomaden.com. Und da findet ihr auch dann die Informationen zu den Events. Wir haben aufgelistet was so kommt. Wir haben jetzt im Herbst ein Event in Holland, ein DACHZELT CAMP SPECIAAL. Und verschiedene kleine Treffen noch geplant und im nächsten Jahr im Mai wahrscheinlich wird das DACHZELT FESTIVAL 2020 stattfinden. Das wird dann wieder eine etwas grössere Nummer. Und wir sind gerade auf Locationsuche. Und alle Infos gibt es dann da auf www.dachzelznomaden.com. Ansonsten Instagram, YouTube findet ihr auch Sachen. Und wer sich über mein eigenes Leben auf der Strasse interessiert oder informieren möchte, kann da bei VOGEL ADVENTURE mal gucken auf YouTube, Instagram und Facebook.

Michael: Super, vielen Dank. 

Thilo: Danke dir, bis zum nächsten Mal.

Michael: Bis zum nächsten Mal.

Thilo: Ciao, ciao.

Michael: Ciao.

Thilo

My home is a car. My bedroom is a rooftop tent, my kitchen is in the trunk and my office is located on the back seat of my 2011 Ford Mondeo station wagon. Since 2016 I am travelling all around Europe. But this is just the beginning...

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Thilo

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Komm mit zum DACHZELT FESTIVAL 2020!