Manchmal verrennt man sich in Ideen, Glaubensmustern, Beziehungen. Man folgt einem Ziel, einem Gefühl, einem Konzept und rennt und rennt und rennt.

Meist merkt man erst, dass man sich verrannt hat, wenn man nicht mehr rennen kann. 

Ausgelaugt und schlapp. Aus der Puste. Keinen Antrieb mehr. Wie konnte das passieren?

Plötzlich stehst du da: Schritte fühlen sich zäh und klebrig wie Honig an. Nicht mehr fluffig und leicht. Die Begeisterung und Hingabe schwindet, die Freude auch.

Das Verrennen kann ein Rennen in die falsche Richtung sein. Muss es aber nicht.

Sich verrennen taucht auch dann auf, wenn das Laufen nicht mehr im Einklang mit der Pumpe steht, die das ganze erst ermöglicht. 

Schlicht: Wenn du aufhörst auf dein Herz zu hören. 

Vielleicht glaubst du sogar es zu tun, aber hörst zu selten oder nicht regelmäßig hin. Es fehlt der Feedback. Der Abgleich zwischen “Wo will ich hin?” und “Wie geht es mir eigentlich dabei?”. 

Oft ist die Richtung, in die man läuft, gar nicht so falsch. Im Gegenteil. 

Erstens gibt es viel mehr Richtungen, als man glaubt, in die man mit Erfüllung laufen kann. Und zweitens: Weil ich mich mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann einmal genau für diesen Weg entschieden habe. Weil gerade das der Fall ist: Mein Herz schlägt dafür. 

Und das tut es immer noch. Aber nicht mehr im Takt: Zu schnell, zu langsam. Vielleicht auch zu unregelmäßig oder mit Aussetzern…

Das Herz und den Lauf langfristig und harmonisch in Einklang zu bringen, ist gar nicht so einfach. 

Denn wenn das Herz nicht mitmacht, hilft alles Laufen nichts. Und umgekehrt: Wenn man nicht losläuft, hilft all das Herzblut nichts.

Für einen kurzen Sprint reicht es meistens. Aber reicht es auch für die Langstrecke?

Höchstwahrscheinlich. 

Wenn ich zuhöre.
Wenn ich darauf acht gebe.
Wenn ich meine Schritte immer wieder anpasse.

Thilo

My home is a car. My bedroom is a rooftop tent, my kitchen is in the trunk and my office is located on the back seat of my 2011 Ford Mondeo station wagon. Since 2016 I am travelling all around Europe. But this is just the beginning...

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1 comment

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  • Interessant, das mit dem
    Verkennen ist mir nicht unbekannt….
    Gut formuliert und im Grunde einfach, wenn man versteht. Man lernt Sprachen, verlernt auf seine innere Sprache und die eigene Hausmusik zu hören…fange gerade damit an. Noch etwas unsicher, aber Babys machen auch nicht sofort einen Marathon 😅😉
    Danke für den Input
    Beate

Thilo

My home is a car. My bedroom is a rooftop tent, my kitchen is in the trunk and my office is located on the back seat of my 2011 Ford Mondeo station wagon. Since 2016 I am travelling all around Europe. But this is just the beginning...

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